Dieses Buch drückte mir meine Schwester in die Hand. Als ich sie fragte, wie sie es fand, antwortete sie: „Hmmm, geht so.“

Das war eine treffende Beschreibung. Obwohl der Schreibstil von Henrike Scriverius wirklich ansprechend ist, fand ich die Story lahm. Toni ist dreißig, Gärtnerin, und hat ihren Mann vor einem Jahr bei einem Unfall verloren. Tragisch daran, als der Unfall geschah, stritt sie gerade mit ihrem Mann am Telefon. Sie ist also traumatisiert. Aber das rechtfertigt nicht jedes Verhalten der Protagonistin. Nachdem sie ein Jahr in England gearbeitet hat, wird sie als Gärtnerin für eine kleine Privatinsel vor Lanzarote engagiert. Dort wohnen vier weitere Personen. Eine Haushälterin, eine Köchin, ein Chauffeur sowie die Assistentin des Eigentümers, ein dänischer Geschäftsmann namens Bror. Wieso diese Menschen sich dem Einsiedlerleben auf der Insel hingeben ist fraglich. Vor allem da die Assistentin eine schillernde Persönlichkeit ist.

Toni kümmert sich um den Garten und kriecht ständig irgendwo im Gebüsch herum. Zumindest kommt es mir als Leser so vor, dass darin ihre einzige Aufgabe besteht. Irgendwann lernt sie den Chef persönlich kennen, wenn er einmal im Jahr auf die Insel kommt. Obwohl er bestimmt 25 Jahre älter ist (schätze ich einmal, so genau wird das nicht gesagt), fühlt sich Toni von ihm angezogen. Ja, sie springen irgendwann gemeinsam in die Kiste. Vorher wird der Lebemann (und ein echter Kotzbrocken) von Schlägern in einer dunklen Gasse verprügelt. Echt jetzt?

Wie gesagt, den Schreibstil fand ich toll, die Geschichte jedoch unrealistisch. Vielleicht auch unausgereift. Ich fragte mich die Zeit über hinweg: „Was will mir die Autorin sagen?“

Nichts. Sie hatte nichts zu sagen. Sie wollte schöne Gärten beschreiben. Und das hat sie auch auf wunderbare Weise umgesetzt. Aber mehr leider auch nicht. Von der schwachen Story einmal abgesehen, sind die Seiten des Buches schön gestaltet. Passend zum Titel mit Pflanzen und Ranken.

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