Ich griff zu diesem Buch, weil ich in Erinnerung hatte, dass auf diesem Roman ein erfolgreicher Film basierte. Gleichzeitig wunderte ich mich, dass ich von dem Buch noch nie etwas gehört hatte. Die Story über farbige (die Autorin schreibt immer von Schwarzen) Mathematikerinnen, die ab den 1940er Jahren für das Flug- und Raumfahrtprogramm der USA gearbeitet haben, ließ mich auf einen unterhaltsamen Roman hoffen.
Fehlanzeige.

Der Leser erhält eine Reihe von Fakten über die einzelnen Mitarbeiterinnen, die Rassenproblematik in den USA sowie technische Erläuterungen zu den Forschungsprogrammen. Ich finde, dass dieses Buch kein Roman ist, sich aber wie einer tarnt. Nachdem ich die Infos über die Autorin im Klappentext gelesen hatte, wurde mir einiges klar. Margot Lee Shetterly ist Wissenschaftlerin. Sie hat fundiert recherchiert und ihre Ergebnisse chronologisch aufgeschrieben. Das Buch ist eher eine wissenschaftliche Abhandlung bzw. ein Sachbuch, die im Prolog einige literarische Elemente erhalten hat, um es als Roman zu verkaufen. In jedem Kapitel häufen sich die Fußnote, die der Leser leider am Ende des Buches nachschlagen muss.

Mir haben vor allem die menschlichen Passagen gefallen, wenn um die Leben der Frauen ging. Es waren gut ausgebildete farbige Frauen, verheiratet und mit mindestens 3 Kindern. Äußerst intelligente, technisch versierte Frauen, die aufgrund ihrer Hautfarbe lange Zeit nur als Lehrerinnen arbeiten durften. 1943 stellte das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NACA,die später zur NASA wird, erstmalig afroamerikanische Frauen ein. Die als „menschliche Rechner“ bezeichneten Mathematikerinnen treiben mit ihren Berechnungen die Forschungen der NASA voran.

Wer einen Roman erwartet, ist hier Fehl am Platz. Wie gesagt, die Thematik ist hochspannend und als Sachbuch verständlich geschrieben.



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